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Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner, Arbeitsrecht Frankfurt














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Teil eines jeden Aufhebungsvertrages ist eine Einigung ├╝ber das Arbeitszeugnis. Bevor keine Einigkeit ├╝ber die Formulierung des Zeugnisses herrscht, sollte kein Aufhebungsvertrag unterschrieben werden.

Dabei gilt der Grundsatz, dass Zeugnisse wohlwollend formuliert sein m├╝ssen. Vor diesem Hintergrund hat sich eine eigene Zeugnissprache entwickelt, die erst einmal entschl├╝sselt werden muss.

Welche Schwierigkeiten dabei im Detail auftauchen k├Ânnen, zeigt folgendes Beispiel:

Durch die Formulierung ÔÇ×wir haben Frau X als eine freundliche und zuverl├Ąssige Mitarbeiterin kennen gelerntÔÇť wird der Arbeitnehmerin gerade nicht bescheinigt, dass sie eine tats├Ąchlich freundliche und zuverl├Ąssige Mitarbeiterin gewesen ist.

Das hat das LAG Hamm in seinem Urteil vom 27.4.2000 (Az.: 4 Sa 1018 / 99 vgl. NZA 02, S. 624) entschieden. Auch wenn diese Formulierung in Zeugnissen von Arbeitgebern gerne gew├Ąhlt werde und sich nicht abwertend anh├Âre, werde dem Arbeitnehmer damit bescheinigt, dass er die genannten Eigenschaften nicht hat.

Das wird damit begr├╝ndet, dass der Gebrauch des Wortes ÔÇ×kennen gelerntÔÇť stets das Nichtvorhandensein der im Kontext aufgef├╝hrten F├Ąhigkeit oder Eigenschaft ausdr├╝ckt. Dies wurde Germanisten in einer Reihe von Schriften und Untersuchungen zur Zeugnissprache belegt.

Findet sich also eine solche Formulierung in einem Arbeitszeugnis, so k├Ânnte ein potentieller neuer Arbeitgeber in Zukunft davon ausgehen, dass die genannten Eigenschaften gerade nicht vorlagen.

Um Klarheit in die f├╝r Unge├╝bte oft nicht verst├Ąndliche Zeugnissprache zu bringen, sollten Zeugnisse vor ihrer Erteilung bzw. sp├Ątestens unverz├╝glich danach ├╝berpr├╝ft werden.






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