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Trainer gesucht - zur Wirksamkeit der Beendigung von Trainerverträgen im Sport


Das ‚ÄěTrainerkarussel‚Äú im Sport ist ber√ľchtigt. Oftmals kommt es vor, dass ein Verein in der Entlassung des Trainers die einzig zuverl√§ssige Ma√ünahme sieht, um die Mannschaft auf den Weg des Erfolges zur√ľckzubringen. Ein hervorragendes Beispiel war in den vergangenen Wochen der abermalige Trainerwechsel bei Borussia Dortmund. Dort hatte Trainer J√ľrgen R√∂ber erst zur Winterpause seinen Vorg√§nger Bert van Marwijck abgel√∂st. Nun steht er seinerseits nicht mehr auf dem Trainingsplatz der Schwarz-Gelben.

Die Verantwortlichen begr√ľnden einen solchen Vorgang meist damit, der Trainer erreiche die Mannschaft nicht oder k√∂nne die Mannschaft nicht mehr ausreichend motivieren. In der Presse wird die logische Konsequenz dahingehend kommentiert, dass der Trainer mit sofortiger Wirkung entlassen wurde. Das stimmt in den meisten F√§llen nicht.

Der sportliche Misserfolg stellt keine Rechtfertigung f√ľr eine K√ľndigung dar. Der Trainervertrag ist kein Werkvertrag. Eine au√üerordentliche K√ľndigung kann allenfalls auf Pflichtverst√∂√üe wie mangelhaftes Training, Nichterscheinen zum Wettkampf oder Eskapaden, nicht aber auf die Erfolglosigkeit gest√ľtzt werden. Zudem muss eine Interessenabw√§gung zu Lasten des Trainers ausfallen und der Trainer zuvor auch grunds√§tzlich abgemahnt worden sein. Diese hohen Anforderungen an eine au√üerordentliche K√ľndigung liegen bei den ‚ÄěEntlassungen‚Äú der Trainer aber in der Regel nicht vor.

Auch ordentlich kann nicht ohne weiteres gek√ľndigt werden. Denn in den meisten F√§llen handelt es sich um einen Ein- oder Zwei-Jahresvertrag. Hat der Verein mit dem Trainer einen befristeten Arbeitsvertrag geschlossen und ist ein ordentliches K√ľndigungsrecht nicht vereinbart, scheidet eine einseitige Beendigung vor Ablauf des Vertrages aus. Selbst wenn eine K√ľndigungsm√∂glichkeit vertraglich vorbehalten ist, greifen f√ľr den Trainer nach sechs Monaten Besch√§ftigung die arbeitsrechtlichen Mechanismen des K√ľndigungsschutzgesetzes:


Dem Trainer kann trotz sportlicher Misere regelm√§√üig weder ein schwer wiegendes individuelles Fehlverhalten vorgeworfen, noch eine pl√∂tzliche personenbedingte Unf√§higkeit bescheinigt werden. Erst recht kann nicht davon gesprochen werden, dass der konkrete Arbeitsplatz aus betriebsbedingten Gr√ľnden entf√§llt ‚Äď in der Regel ist schon am n√§chsten Tag ein (Interims-) Nachfolger an gleicher Stelle t√§tig. Die Vereine w√ľrden daher in einem K√ľndigungsschutzprozess unterliegen und zahlen in der Regel hohe Abfindungen.

Oft handelt es sich bei den angeblichen ‚ÄěK√ľndigungen‚Äú daher um eine Freistellung von den Arbeitspflichten. Die Vereinsverantwortlichen erkl√§ren in diesen F√§llen auf den Pressekonferenzen h√§ufig, man habe den Trainer ‚Äěmit sofortiger Wirkung von seinen Pflichten entbunden‚Äú. Folge dessen ist: der Vertrag bleibt bis zum vereinbarten Beendigungstermin weiter bestehen. Der Trainer muss seinen Pflichten allerdings nicht nachkommen. Sein Gehalt bekommt er freilich weiter. Zumindest aus finanzieller Sicht eine nicht unbefriedigende Situation f√ľr ihn.

Weitere M√∂glichkeit ist der Abschluss eines Aufhebungsvertrages. Ein solcher ist f√ľr den Verein die g√ľnstigste Variante. Er kann von dem gesparten Gehalt den neuen Trainer bezahlen. Prominentes Beispiel f√ľr eine solche einvernehmliche Vertragsaufl√∂sung ist der Fall des Trainers Hans Meyer. Dieser trat im M√§rz 2003 beim Bundesligisten Borussia M√∂nchengladbach freiwillig von der Position des Cheftrainers zur√ľck. Allerdings auch nur, um eine andere Position im Verein zu besetzen.

Merke: Beim Trainerwechsel verliert der Verein in der Regel eine Menge Geld. Angesichts der sportlichen Misere nehmen dies aber die meisten Vereine in Kauf. Anwaltlicher Rat ist in dieser Situation dringend geboten, um nicht auch finanziell in Talfahrt zu geraten.




Robert C. Lentzsch
Rechtsanwalt f√ľr Arbeitsrecht und Sportrecht







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