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Bonus f√ľr Banker bei der Deutschen Bank einklagbar?
Artikel, erschienen in eFinancialCareers am 10.05.2007

Von Markus Berkenkopf

Ein Stuttgarter Rechtsanwalt hat das Bonussystem der Deutschen Bank öffentlich unter Beschuss genommen. Nur Anwalts-PR oder doch ein Grund zur Klage?
Die Deutsche Bank weist auf Anfrage den Vorwurf der Willk√ľr entschieden zur√ľck. Der von Dr. K√§ser vertretene Mandant sei ein ‚Äěabsoluter Einzelfall‚Äú, den dieser als Eigen-PR f√ľr seine Kanzlei ausnutzen wolle. ‚ÄěDas 2003 von der Deutschen Bank eingef√ľhrte Bonussystem entspricht h√∂chsten deutschen und internationalen Standards und ist im Rahmen einer Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat geregelt", hei√üt es. ‚ÄěGrundlage f√ľr die j√§hrlichen variablen Zahlungen sind genau festgelegte qualitative und quantitative Kriterien."

Eine Aussage, die Peter Groll, Fachanwalt f√ľr Arbeitsrecht und Partner der Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner in Frankfurt am Main, bestreitet: ‚ÄěIn der Sache hat Herr Dr. K√§ser Recht. Das seit 2003 g√ľltige Bonussystem der Deutschen Bank ist diskretion√§r. Die Bonifikationen werden in der Tat nach Gutsherrenart verteilt."

In einem Punkt geht Groll aber deutlich auf Abstand zu seinem Anwaltskollegen: Dr. K√§ser ermuntert in einer Pressemitteilung sowie auf einer √∂ffentlichkeitswirksamen Pressekonferenz die betroffenen leitenden Angestellten der Deutschen Bank - seinen Angaben nach f√ľnf- bis sechstausend vorwiegend Angeh√∂rige der unteren und mittleren F√ľhrungsebene - gerichtlich gegen ihren Arbeitgeber vorzugehen.

‚ÄěAus meinen Erfahrungen in circa 200 F√§llen mit der Deutschen Bank f√ľhrt das Einklagen einer h√∂heren Bonifikation zwangsl√§ufig zu einer Reaktion des Arbeitgebers." Er glaubt den Aussagen K√§sers nicht, sein Mandant sei noch immer bei der Deutschen Bank besch√§ftigt, die mit seinen Leistungen voll zufrieden sei. ‚ÄěIst ein Arbeitgeber zufrieden mit einem Arbeitnehmer, zahlt er keinen geringeren Bonus. Klagt der Arbeitnehmer auch noch, kann ich mir nicht vorstellen, dass man ihn gerne weiterbesch√§ftigt - es folgt die Trennungssituation."

Insofern sei es unverantwortlich, Tausenden von Mitarbeitern zur Klage zu raten: ‚ÄěWer die Deutsche Bank verlassen will, der kann sich auf diese Art einen Bonus erstreiten. Wer weiterbesch√§ftigt werden will, dem kann ich dazu nicht guten Gewissens raten."

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