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Beschäftigungspflicht im professionellen Mannschaftssport


Bez√ľglich der Besch√§ftigungspflicht des Arbeitgebers ergibt sich im Sportarbeitsverh√§ltnis die in der Natur der Sache liegende Einschr√§nkung, dass insbesondere bei Mannschaftssportarten nicht bei jedem Wettkampf bzw. Spiel alle vertraglich gebundenen Spieler eingesetzt werden k√∂nnen. Der Trainer muss die M√∂glichkeit haben, seine Aufstellung an taktischen Kriterien zu orientieren.

Wer nicht zum Einsatz kommt, muss leider auf der ungeliebten Ersatzbank Platz nehmen. Einen Anspruch auf einen Spieleinsatz gibt es grunds√§tzlich nicht, was nat√ľrlich Auswirkungen auf zu verdienende Pr√§mien haben kann.

Die Auswahl der letztlich eingesetzten Spieler muss allerdings auf sachgerechten Kriterien beruhen. Nur so kann dem Erfordernis der Besch√§ftigungspflicht Rechnung getragen werden. Die f√ľr den Sport ma√ügeblichen Kriterien ‚Äď Trainingsleistung, Form, Motivation des individuellen Sportlers, Taktik und Gef√ľge der Mannschaft - sind einer rechtlichen √úberpr√ľfung entzogen. Andernfalls w√§re eine sinnvolle Trainert√§tigkeit nicht m√∂glich.

H√§ufig reagieren die Arbeitgeber auch mit einer Strafversetzung auf die Bank. Eine solche Sanktion ist nur gerechtfertigt, wenn der Versto√ü des Spielers ‚Äěsportliche Auswirkungen‚Äú hat. Dies ist zu bejahen bei Fehlverhalten in Wettkampf oder Training, etwa Beleidigungen oder Handgreiflichkeiten gegen√ľber dem Trainer, Mit- oder Gegenspielern, Schiedsrichtern, Zuschauern oder Vereinsverantwortlichen.

Auch die gern zitierten ‚ÄěEskapaden‚Äú im Privatbereich ‚Äď Schl√§gereien, Trinkgelage und dergleichen ‚Äď k√∂nnen eine Auswirkung auf die mentale oder k√∂rperliche Leistungsf√§higkeit des Sportlers haben und einen sanktionierenden Platz auf der Reservebank einbringen. Dies ist in der vergangenen Saison zuletzt √∂ffentlichkeitswirksam bei Alemannia Aachen den Spielern Schlaudraff und R√∂sler passiert.

Was die Teilnahme am Training sowie Mannschaftssitzungen angeht, greifen die erwähnten besonderen Umstände nicht ein, so dass hier ein uneingeschränkter Anspruch des Sportlers auf Teilnahme besteht. Probleme können sich deshalb bei Suspendierungen vom Trainingsbetrieb ergeben, wie sie z.B. in der Fußball-Bundesliga immer wieder vorkommen. Eine dauerhafte Suspendierung vom Trainingsbetrieb verstößt jedenfalls gegen die Beschäftigungspflicht des Arbeitgebers und ist daher unwirksam.

Im Mustervertrag des DFB verpflichtet sich der Verein dar√ľber hinaus auch zu der Durchf√ľhrung von fachgerechtem Training unter der Anleitung von lizensierten Fu√üballlehrern. Eine ‚ÄěStrafversetzung‚Äú des jeweiligen Spielers zum Training in der Amateurabteilung erf√ľllt daher ebenfalls nicht die Voraussetzungen der Besch√§ftigungspflicht durch die Lizenz-Spielerabteilung des Vereins.

Verst√∂√üt ein Spieler seinerseits gegen arbeitsvertragliche Pflichten, so kann ‚Äď etwa wenn durch die Teilnahme des Spielers am Training erhebliche Unruhen entst√ľnden ‚Äď gegebenenfalls eine kurze Suspendierung gerechtfertigt sein.

Robert C. Lentzsch
Rechtsanwalt






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