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Fu√üball-EM kann zu roter Karte im Arbeitsverh√§ltnis f√ľhren

Während der Fußball-EM treffen Fankultur und Arbeitspflicht aufeinander, aber welche Seite geht aus diesem Duell siegreich hervor?

Generell gilt: auch w√§hrend der EM gelten trotz des herausragenden Ereignisses keine arbeitsrechtlichen Ausnahmen. Verst√∂√üt der Arbeitnehmer gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten, muss er mit der gelben Karte, also der Abmahnung, oder der roten Karte, also der K√ľndigung rechnen.

Mitfiebern ist dennoch erlaubt, aber wie? Hier einige generelle Aussagen:

W√§hrend der EM gibt es kein Recht auf Sonderurlaub, daher muss der ‚Äěnormale‚Äú Urlaub daf√ľr geopfert werden. Dieser ist tageweise zu nehmen, in einzelne Stunden aufgeteilt sieht dies das Bundesurlaubsgesetz nicht vor. Einzelabsprachen sind nat√ľrlich m√∂glich.

Sofern Urlaub beantragt wird, ist dieser aber grunds√§tzlich zu erteilen, auch wenn Sie kurzfristig eine Karte f√ľr ein Spiel bekommen. Ausnahmen gelten bei einem hohen Krankenstand oder sonstigen dringenden betrieblichen Belan-gen. Eine eigenm√§chtige Urlaubsnahme oder eine angek√ľndigte Krankheit ist jedoch nicht erlaubt und daher der Elfmeter des Arbeitgebers f√ľr eine K√ľndigung

Und wie sieht es aus mit der EM am Arbeitsplatz?

Der Arbeitgeber hat das so genannte Weisungsrecht im Betrieb, d.h. er stellt die ‚ÄěSpielregeln‚Äú auf.

Radioh√∂ren d√ľrfte in aller Regel in Ordnung sein, da Mitarbeiter dabei regelm√§√üig ihre Arbeitspflicht erf√ľllen. Werden hingegen die Arbeitsatmosph√§re, Mitarbeiter oder Kunden gest√∂rt, so kann auch Radioh√∂ren untersagt werden.

Ein Anspruch auf fernsehen w√§hrend der Arbeitszeit ist dagegen grunds√§tzlich abzulehnen, da man mit den Augen auf dem Bildschirm daran gehindert ist, seine Arbeitspflicht zu erf√ľllen.

Auch einen Liveticker im Internet zu verfolgen verletzt grunds√§tzlich die Arbeitspflicht. Wenn der Arbeitgeber allerdings die private Internetnutzung erlaubt, so kann man auch hier die Spielst√§nde verfolgen. Allerdings ist immer zu beachten, dass dies nicht ausschweifend erfolgen darf. Wenn man ein komplettes Spiel im Internet verfolgt, kann dies den Arbeitgeber zur Abmahnung berechtigen. Im Wiederholungsfall droht sogar die K√ľndigung.

Auch Alkohol in Ma√üen ist am Arbeitsplatz nicht verboten, kann aber generell verboten werden. Ist die Siegesparty am Vorabend allzu heftig ausgefallen, ist der Arbeitgeber auch berechtigt, bei erkennbaren alkoholbedingten Beeintr√§chtigungen der Leistungsf√§higkeit den Arbeitnehmer nach Hause schicken. Allerdings bekommt der Arbeitnehmer wegen des Ausfalls keine Verg√ľtung f√ľr diesen Tag.

Bei generellen Reglungen im Betrieb ist der Betriebsrat zu beteiligen. Er hilft möglicherweise auch im Einzelfall.

Das Gesamtergebnis wäre schlecht, wenn die EM gewonnen und der Job verloren wäre.

Robert C. Lentzsch
Rechtsanwalt f√ľr Sportrecht






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