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Befristeter Arbeitsvertrag ‚Äď ein gef√§hrliches Terrain

Drum pr√ľfe, wer sich ewig bindet: Oft werden Arbeitsverh√§ltnisse lediglich befristet vereinbart, h√§ufig auch mehrmals hintereinander. Doch ein befristeter Vertrag bedeutet nicht immer tats√§chlich das Ende eines Arbeitsverh√§ltnisses. Einige Feinheiten sind zwingend zu beachten.

Zur flexiblen Gestaltung der Personalplanung entscheiden sich Personalchefs h√§ufig, mit Ihren Mitarbeitern zeitlich befristete Arbeitsvertr√§ge abzuschlie√üen, die z.B. nach einem Jahr automatisch enden sollen. Eine solche Befristung ist bis zu einer Gesamtdauer von zwei Jahren ohne Angaben von Gr√ľnden ohne weiteres m√∂glich.Innerhalb dieser zwei Jahre darf der Vertrag dann noch maximal dreimal verl√§ngert werden.

Aus rechtlicher Sicht ist es grunds√§tzlich zul√§ssig, einen Arbeitnehmer zun√§chst f√ľr ein halbes Jahr einzustellen und anschlie√üend den Vertrag dreimal wieder zu verl√§ngern; auch ohne Vorliegen eines besonderen Grundes.

Derartige sachgrundlose Befristungen k√∂nnen nur dann wirksam vereinbart werden, wenn mit dem Arbeitgeber niemals zuvor ein Arbeitsverh√§ltnis bestanden hat. In allen anderen F√§llen muss ein sachlicher Grund f√ľr die Befristung
vorliegen. Als Grund k√§me z.B. eine Befristung zur Erprobung in Frage. Auch die Vertretung f√ľr eine Kollegin im Mutterschutz ist m√∂glich.

Hier lauern Gefahren f√ľr den Arbeitgeber, welche der Arbeitnehmer f√ľr sich ausnutzen kann. Schnell ist anstelle eines befristeten ein unbefristetes Arbeitsverh√§ltnis vereinbart.

Entscheidend f√ľr eine wirksame Befristung ist nach der Rechtsprechung des BAG einerseits, dass sie vor Arbeitsantritt schriftlich vereinbart wurde. M√ľndliche Absprachen oder nach Arbeitsantritt nachtr√§glich schriftlich festgehaltene Befristungen sind grunds√§tzlich unwirksam. Nach der Rechtsprechung endet das Arbeits-verh√§ltnis in diesen F√§llen nicht wie urspr√ľnglich abgesprochen automatisch, sondern besteht dann auf unbestimmte Zeit fort. Gleiches gilt, wenn der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmer √ľber das vereinbarte Ende des Arbeitsvertrages hinaus widerspruchslos weiterarbeiten l√§sst.

Bei den bereits erw√§hnten Befristungen wegen eines sachlichen Grundes kann ebenfalls einiges schief laufen: kann der Arbeitgeber den sachlichen Grund f√ľr die Befristung vor dem Arbeitsgericht - etwa die Vertretung eines Kollegen - nicht beweisen, wird er zur Weiterbesch√§ftigung des Mitarbeiters verurteilt.

Auch befristet eingestellte Arbeitnehmer haben einiges zu beachten. So m√ľssen sie sich zur Vermeidung von Sperrzeiten sp√§testens drei Monate vor Ende des Vertrages beim Arbeitsamt arbeitssuchend melden.

M√∂chten sie ihre Rechte mit gerichtlicher Hilfe durchsetzen und eine unwirksame Befristung r√ľgen, m√ľssen sie innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des Vertrages Klage beim Arbeitsgericht erheben.

Die Risiken aber auch die Chancen rund um den befristeten Arbeitsvertrag sollten also auf keinen Fall untersch√§tzt werden. Sie sollten daher bereits fr√ľhzeitig mit einem Fachanwalt f√ľr Arbeitsrecht in Kontakt treten.

Martin M√ľller
Fachanwalt f√ľr Arbeitsrecht






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