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Fluglotsenstreik: Wie verhalte ich mich als R├╝ckreisender richtig?


Der Fluglotsenstreik ist beschlossene Sache. Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat am 08.08.2011 den beabsichtigten Streik der Fluglotsen f├╝r rechtm├Ą├čig erkl├Ąrt. Mit einer Best├Ątigung durch das Landesarbeitsgericht ist noch in den Abendstunden zu rechnen. In wenigen Stunden k├Ânnte dann der Streik beginnen. Das gro├če Chaos w├Ąre vorprogrammiert.

Dies zeigt eindrucksvoll, wie unberechenbar ein Streik und dessen Auswirkungen auf den Flugverkehr und angetretenen (wohlverdienten) Sommerurlaub f├╝r den einzelnen Arbeitnehmer sind. Was also tun, wenn einen ein Streik am geplanten R├╝ckflugtag kalt erwischt und man nicht mehr rechtzeitig zum ersten Arbeitstag erscheinen kann?

Einen kurzen ├ťberblick ├╝ber die wichtigsten Punkte geben wir hier:

- Wenn der R├╝ckflug gestrichen wird, so ist der Arbeitgeber unverz├╝glich ├╝ber die dadurch unm├Âgliche Arbeitsaufnahme zu informieren. Wenn es absehbar ist, sollte der Arbeitgeber auch dar├╝ber informiert werden, wie lange man voraussichtlich der Arbeit fern bleiben wird, damit dieser den betrieblichen Ablauf besser planen kann.

- Wer den Arbeitgeber nicht oder erst viel zu sp├Ąt informiert, begeht einen vertraglichen Pflichtversto├č. F├╝r die zu sp├Ąte Unterrichtung des Arbeitgebers und das damit verbundene unentschuldigte Fehlen k├Ânnte eine Abmahnung die Folge sein.

- Regelm├Ą├čig d├╝rfte jedoch eine K├╝ndigung ohne vorherige Abmahnung unwirksam sein. Ist der Arbeitnehmer allerdings wegen eines vergleichbaren Pflichtversto├čes in der Vergangenheit bereits abgemahnt worden, ist auch eine fristgerechte K├╝n-digung ein m├Âgliches Szenario.

- Der Arbeitnehmer muss sich von seinem Urlaubsort aus um eine alternative und zumutbare R├╝ckreise bem├╝hen. Die Zumutbarkeit entscheidet sich nach Einzelfallkriterien. Wer z.B. in Frankfurt arbeitet und sich an der Ostsee im Urlaub befindet, dem ist sicherlich auch eine R├╝ckreise mit der Bahn zuzumuten. Aus S├╝damerika mit dem Schiff anzureisen d├╝rfte allerdings unverh├Ąltnism├Ą├čig und damit unzumutbar sein.

- Das Wegerisiko und damit das Risiko am Urlaubsort festzusitzen tr├Ągt der Arbeitnehmer. Er hat keinen Anspruch auf den Ersatz von zus├Ątzlichen Reisekosten. Insofern m├╝sste sich der Reisende eher mit seinem Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft in Verbindung setzen, um eine Kosten├╝bernahme zu erhalten.

- Sollte der Arbeitnehmer wegen eines Streiks nicht arbeiten k├Ânnen, so entf├Ąllt f├╝r diese Zeit auch der Gehaltsanspruch. Es gilt der Grundsatz: Ohne Arbeit kein Lohn. Das Risiko nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zu kommen und deshalb nicht arbeiten zu k├Ânnen ist gesetzlich einzig dem Arbeitnehmer aufgeb├╝rdet.

- Wenn Urlaubsanspr├╝che noch bestehen und das Wetter sowie die Urlaubskasse es zulassen, so k├Ânnte der Arbeitnehmer auch den Arbeitgeber um kurzfristige Urlaubsverl├Ąngerung bitten. Der Vorteil hierbei w├Ąre jedenfalls, dass man die freie Zeit dann auch wirklich genie├čen kann und sie dar├╝ber hinaus auch noch bezahlt bekommt.

Sollte das Landesarbeitsgericht Hessen in der Nacht den Streik best├Ątigen, so bleibt dem Arbeitgeber nur der Gang in das Schlichtungsverfahren. Nur so kann er noch kurzfristig den Streik am morgigen Tage verhindern und eine Friedenspflicht herbeif├╝hren.

Peter Groll
Fachanwalt f├╝r Arbeitsrecht







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