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Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner, Arbeitsrecht Frankfurt














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Fu├čball-WM am Arbeitsplatz


Die Nervosit├Ąt steigt t├Ąglich und viele wollen dabei sein. W├Ąhrend der Fu├čball-WM treffen Fankultur und Arbeitspflicht aufeinander. Die Spielregeln in diesem ungleichen Duell m├╝ssen aber dennoch eingehalten werden. Wie lauten diese und wie muss ich mich verhalten? Anbei ein kleiner ├ťberblick.

Auch w├Ąhrend der Weltmeisterschaft existieren keine rechtlichen Ausnahmen. Verst├Â├čt der Arbeitnehmer gegen die Pflichten aus seinem Arbeitsvertrag, muss er mit der gelben Karte, also der Abmahnung, oder der roten Karte, also der K├╝ndigung rechnen. Einige generelle Aussagen k├Ânnen aber f├╝r das erfolgreiche Mitfiebern aufgestellt werden:

W├Ąhrend der Arbeitszeit d├╝rfen keine WM-Spiele angesehen werden, weder live und in Farbe ├╝ber das Internet noch ├╝ber sonstige Medientr├Ąger. Der Arbeitgeber hat das Weisungsrecht im Betrieb, er allein darf entscheiden was erlaubt ist. Mangels betrieblicher Beeintr├Ąchtigung d├╝rfte jedoch wenigstens ein Live-Ticker auf dem Smartphone zul├Ąssig sein. Sollte es keine andere Regelung im Betrieb geben, so ist ansonsten die Fu├čball-WM als Live-Ereignis am Arbeitsplatz tabu.

In vielen B├╝ros findet man aber dennoch zumindest Radioger├Ąte. Wenn dies in der Vergangenheit bereits geduldet war, so w├╝rde man hier jetzt auch bestimmt einen Sender mit einer Live-├ťbertragung einstellen k├Ânnen. Allerdings hat der Arbeitgeber ein Mitspracherecht dahingehend, dass er die Ger├Ąte bei allzu gro├čer Aufmerksamkeit auf das Geschehen auf dem gr├╝nen Rasen dann per Weisung verbieten kann.

Alkohol in Ma├čen ist am Arbeitsplatz nicht generell verboten, kann aber verboten werden. Ist die Siegesparty in der Nacht allzu heftig ausgefallen, ist der Arbeitgeber auch berechtigt, bei erkennbaren alkoholbedingten Beeintr├Ąchtigungen der Leistungsf├Ąhigkeit den Arbeitnehmer nach Hause zu schicken. Allerdings bekommt der Arbeitnehmer wegen des Ausfalls keine Verg├╝tung f├╝r diesen Tag.

Auch zum Urlaub stellen sich Fragen. Der Arbeitgeber ist an die Urlaubsw├╝nsche seiner Mitarbeiter gebunden und darf den Urlaub nicht einseitig festlegen. In der Regel wird man den beantragten Urlaub auch genehmigt bekommen, es sei denn dringende betriebliche Erfordernisse sprechen dagegen. Urlaub ist wenn dann immer f├╝r den kompletten Arbeitstag zu nehmen. Einen Teilurlaub im Hinblick auf einzelne Stunden am Tag kennt das Gesetz nicht. Eigenm├Ąchtig genommener Urlaub hingegen ist mit einem grob unsportlichen Foul vergleichbar und zieht regelm├Ą├čig eine Beendigung des Arbeitsverh├Ąltnisses nach sich, die nach der Rechtsprechung durchaus gerechtfertigt sein d├╝rfte.

Eine ordnungsgem├Ą├če Krankmeldung des Arbeitnehmers w├Ąre vom Arbeitgeber zun├Ąchst einmal zu akzeptieren. Eine angek├╝ndigte Krankheit f├╝r den Fall ein Spiel nicht verfolgen zu d├╝rfen oder keinen Urlaub zu erhalten ist wiederum eine Steilvorlage f├╝r eine fristlose K├╝ndigung. Zudem sollte sich jeder ├╝berlegen, wie er als Arbeitgeber reagieren w├╝rde, wenn das halbe B├╝ro am Nachmittag um 17 Uhr ├╝ber Magenbeschwerden klagt und am kommenden Morgen die wundersame Heilung eingetreten ist.

Peter Groll
Fachanwalt f├╝r Arbeitsrecht






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