Impressum Anfahrt Impressum Datenschutzerklärung

Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner, Arbeitsrecht Frankfurt














kanzlei groll & partner » newsletter » online lesen



Der heutige Arbeitsmarkt ist von Flexibilit√§t gepr√§gt. Immer h√§ufiger werden Arbeitsverh√§ltnisse nicht f√ľr ein ganzes Berufsleben eingegangen, sondern als Sprungbrett f√ľr die n√§chste Karrierestufe genutzt. Ein Wechsel zur Konkurrenz bietet vielfache M√∂glichkeiten.

Dass dieser Wechsel durchaus Probleme bereiten kann, wissen viele nicht. Hier sind die so genannten Wettbewerbsverbote zu beachten.

Dabei ist zun√§chst zwischen dem laufenden Arbeitsverh√§ltnis und der Zeit danach, also nach Ablauf der K√ľndigungsfrist zu unterscheiden.

W√§hrend des laufenden Arbeitsverh√§ltnisses darf der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber grunds√§tzlich keine Konkurrenz machen. Er ist durch den Arbeitsvertrag bis zum Ablauf der K√ľndigungsfrist an ihn gebunden. Das gilt selbst dann, wenn das Unternehmen ihn bis zur rechtlichen Beendigung seines Arbeitsverh√§ltnisses freigestellt hat.

Wechselt der Mitarbeiter trotzdem zu einem Mitbewerber w√§hrend sein Vertrag noch l√§uft, so drohen ihm Unterlassungs- und Schadensersatzanspr√ľche seines Arbeitgebers. Anders sieht es nur aus, wenn das Unternehmen ausdr√ľcklich mit der Konkurrenzt√§tigkeit einverstanden ist.

Hier gibt es einen Ausweg, der aber gewisse Risiken in sich birgt: Der Arbeitnehmer kann selber fristlos k√ľndigen, also ohne die ordentliche K√ľndigungsfrist einzuhalten. Das Wettbewerbsverbot aus seinem Arbeitsvertrag entf√§llt dann sofort. Dies erm√∂glicht ihm, einen vorzeitigen Wechsel, z.B. wenn sein neuer Arbeitgeber ihn ab sofort ben√∂tigt.

Wer selber fristlos k√ľndigt, sollte sich jedoch √ľber eines im Klaren sein: Der Arbeitgeber hat in einem solchen Fall die M√∂glichkeit, von seinem ehemaligen Mitarbeiter Schadensersatz zu fordern, weil der die ordentliche K√ľndigungsfrist nicht eingehalten hat.

Der Schaden kann etwa darin liegen, dass das Unternehmen durch seinen Weggang einen wichtigen Auftrag verliert oder die Stelle durch teure Zeitarbeitskr√§fte vor√ľbergehend besetzen muss, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Wechselt der Mitarbeiter vorzeitig zu einem direkten Konkurrenzunternehmen, so bestehen bis zum Ablauf seiner ordentlichen K√ľndigungsfrist weiterhin Unterlassungs- und Schadensersatzanspr√ľche seines ehemaligen Arbeitgebers. Schlie√ülich hat er sich ja durch die fristlose K√ľndigung erst die M√∂glichkeit geschaffen, diesem ab sofort Konkurrenz zu machen.

Nach Ablauf der ordentlichen K√ľndigungsfrist darf man seinem Arbeitgeber grunds√§tzlich Konkurrenz machen, also auch zum direkten Mitbewerber wechseln.

Dies ist nur dann ausgeschlossen, wenn mit dem Arbeitgeber ausdr√ľcklich ein sog. nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart wurde. Dieses darf maximal zwei Jahre bestehen, w√§hrend dieser Zeit muss das Unternehmen dem Mitarbeiter eine Entsch√§digung daf√ľr zahlen, dass er nicht f√ľr Konkurrenzfirmen arbeitet. Diese Karenz muss mindestens die H√§lfte der letzten Bez√ľge betragen.

Der Wechsel zur Konkurrenz ist also nicht immer so einfach. Um Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollte man sich fr√ľhzeitig rechtlich und taktisch beraten lassen.

Peter Groll
Fachanwalt f√ľr Arbeitsrecht






Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner   Neue Mainzer Straße 20   60311 Frankfurt am Main
Copyright © 2017 Arbeitsrechtskanzlei Groll & Partner