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Managerhaftung

"Nieten in Nadelstreifen" sollen zahlen

Vielen Topmanagern passiert bislang nichts, wenn ihr Unternehmen vor die Hunde geht. Das soll sich nach dem Willen der Bundesregierung ändern. Doch hessische Unternehmerverbände und Arbeitsrechtler sind skeptisch.

Spitzenmanager sollen nach Pl√§nen der gro√üen Koalition in Berlin bald st√§rker mit eigenem Geld f√ľr Fehler haften. Die Union erw√§gt angesichts der weltweiten Finanzkrise, dass Vorst√§nde mit bis zu zwei Jahresgeh√§ltern zur Rechenschaft gezogen werden sollen, wenn sie ihre Firma in Schieflage bringen. Auch die hohen Abfindungen stehen massiv in der Kritik. Ein Jahr vor der Wahl wollen Union und SPD nun handeln, um "Nieten in Nadelstreifen" st√§rker f√ľr Missmanagement abzustrafen.

Den Bogen √ľberspannt

"Wenn die da Scheiße bauen, dann sollen sie bestraft werden wie jeder kleine Mann", lautet am Mittwoch der Tenor einer Umfrage in der Frankfurter Innenstadt. Genau so sieht es auch die Frankfurter Unternehmerin Marion Catacchio: "Da reitet ein Manager seine Firma ins Verderben und darf am Ende mit einer Millionenabfindung rechnen." Soviel Schutz oder Absicherung hätten kleine Unternehmer nicht.

Viele Manager haben den Bogen √ľberspannt, meint auch die Landes-CDU. F√ľr solche Gesch√§fte auch noch gutes Geld zu bekommen, das sei nicht mehr vorstellbar. Schon gar nicht zu Zeiten der Finanzkrise. Ihre Forderung: Das Haftungsrecht muss sp√ľrbar versch√§rft werden.

Eine Frage des Systems

F√ľr Experten ist die Idee nicht neu. "Sollten Manager grob gegen ihre Pflichten versto√üen haften sie auch heute schon", sagt Peter Groll von der Frankfurter Arbeitsrechtskanzlei Groll und Partner. Nach Paragraf 93 des Aktiengesetzes k√∂nnen - wie in den USA - Konzernchefs bei schuldhaft entstandenen Sch√§den f√ľr das Unternehmen im Extremfall mit ihrem gesamten Privatverm√∂gen herangezogen werden. Hierbei ist es Sache des Aufsichtsrats, Anspr√ľche gegen den Manager durchzusetzen. Diese Anspr√ľche w√ľrden aber kaum zur Anwendung kommen, meint Ulrich Kirsch von der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverb√§nde.

Ein Ansatz w√§re es, bereits im Vorfeld zu handeln - beispielsweise bei Pr√§mienzahlungen oder Abfindungen. Anstatt hierbei ausschlie√ülich auf den Aktienkurs zu achten, k√∂nnten Aspekte wie die Zahl der Arbeitspl√§tze oder das Erschlie√üen anderer M√§rkte ber√ľcksichtigt werden. Nicht die Manager seien an den Katastrophen schuld, sondern eher die Bedingungen im System, meint Kirsch. Das Strafrecht √§ndere nicht viel an der Moral. Andere Methoden seien gefragt.

http://www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=3058&key=standard_document_35453732

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